Sep 17, 2012 | Von: Margit Heuser 1 Kommentar

Verkaufssprache im Reisebüro

„Wir sind was wir sagen und wir sagen was wir denken!“

Worte, die die Bedeutung einer Aussage verfälschen, schwächen oder unglaubwürdig machen, können sogar negative Gedanken, Druck und Widerspruch auslösen. Meist werden diese Worte unbewusst ausgesprochen. Im Unterbewusstsein läuft oft ein dazu passendes Programm ab.

In den Reisebüros (und natürlich auch in anderen Verkaufssituationen) höre ich immer wieder Füllwörter wie diese:

äh – ähm – tja – oder so – eigentlich – eventuell – aber – auch –
ja – im Prinzip – allerdings – gegebenenfalls – relativ – möglicherweise –
natürlich – typischerweise – grundsätzlich – letztlich – letztendlich – nahezu –
ziemlich – in der Regel – schon – Im Begriff sein – stattfinden – zum Ausdruck
bringen – Kenntnisstand – nach Lage der Dinge – usw….

„Live“ hört sich das so an:
„Nach meinem Kenntnisstand hat das Hotel einen Swimmingpool.“
„Nahezu jeder Kunde ist zufrieden.“
„Ziemlich genau um X Uhr landet die Maschine.“

Dann gibt es da noch sogenannte Generalisierungen oder Verallgemeinerungen:

man –immer – alle – jeder – jede– jedermann – irgendjemand – irgendwer – die Anderen – die Gesellschaft …

„Live“:
„Alle unsere Kunden sind zufrieden.“
„Jeder möchte gern in dieses Hotel.“

Das wird auch gern im Reiseverkauf genommen: Möglichkeitsformen/Konjunktive:

müsste – hätte – dürfte – könnte – würde – möchte – wäre – sollte – wollte..

Das hört sich dann in echt so an:
“Es kommt darauf an, wann Sie gehen würden.“
„Es würde X Euro kosten.“
„Es wäre ein 3-Sterne Hotel.“
„Ich würde ihnene eine Rücktrittskosten-Versicherung empfehlen.“

Und dann meine „Lieblinge“, die Weichmacher:
glauben – versuchen – probieren – nicht – ganze Ecke – ganz kurz – nebenbei – vielleicht- schon…
Das kommt dann so heraus:
„Reichen ihnen erst Mal diese Informationen?“
„Vielleicht kann….“
„Dann können wir vielleicht….“
„Doch schon eine ganze Ecke teurer.“

Jetzt kommen noch die Abschrecker, die Schrecklichen:
Problem – Sorgen – Sie müssen – aber – unbedingt – sofort – ich erwarte –
sollen – Verpflichtung – Mühe – langer Weg – Verantwortung – Disziplin
und das ist dann so schrecklich:
„Da brauchen Sie sich keine Sorgen machen.“
„Das Problem ist…..(Flugzeiten).
“Zimmer Meerseite teurer?“
„Das muss ich jetzt nachschauen.“

Was meinen Sie? Welche Worte benutzen Sie gern? Gibt es da Erfahrungen? Oder nette Geschichten?
Ach ich weiß eine: Reiseverkäufer zu Kunde: „Da fliegen wir dann um X Uhr und der Transfer ist X Stunden zum Zielgebiet.“ Daraufhin Kunde zum Reiseverkäufer: „Ach wie nett, fliegen Sie mit?“

One Kommentare zu Verkaufssprache im Reisebüro

  1. Andreas Herrmann
    1. Oktober 2016 08:59

    Ja, diese Art von negativer Verkaufssprache sind leider Alltag, weil die Verwender sich keine Gedanken über diese feinen „Cues“ der Kommunikation machen. Deshalb empfehle ich, in jedem Fall eine Liste für positiven Sprachstil zu entwickeln. UND die Begriffe aufzuschreiben, die besser gemieden werden sollten. Beste Grüße!

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