Okt 13, 2015 | Von: Margit Heuser Keine Kommentare

Pfiffige Reiseberichte für Ihr Reisebüro

Mit Reiseberichten im Internet werden Sie und Ihr Reisebüro im virtuellen Raum besser gefunden. Doch wie schreiben Sie einen pfiffigen Text, der nicht nur Ihren Besuchern sondern auch noch Google gefällt?

Eine Anleitung für pfiffige Reiseberichte in 6 Schritten

SCHRITT 1: MACHEN SIE SICH SCHREIBBEREIT.

Suchen Sie sich ein schönes, ruhiges Plätzchen und machen Sie es sich bei Tee oder Kaffee
gemütlich. Mit ein paar Fotos und Erinnerungsstücken von Ihrer Reise und Ihren lieblings Schreibutensilien geht es dann auch gleich los.

Heute können Sie unter den unterschiedlichsten Schreibmedien wählen. Stift, Notizbuch,
Diktiergerät, Mikrofon oder Diktiersoftware, Laptop oder Handy. Oft ist es auch sinnvoll mehrere Schreibmedien zu kombinieren: ein Blatt Papier für die rasche Denkskizze, die Tastatur für die  Gliederung oder das Mikrofon fürs zügige Texten. Probieren Sie aus, was für Sie am besten funktioniert!

Sie fragen sich bestimmt, wie viel Zeit Sie für einen Reisebericht investieren müssen. Da gibt es natürlich Unterschiede bei der Dauer und der Intensität so einer Reise. Ein Wochenende in Berlin kann in 30 Minuten geschrieben sein, für eine Neuseeland-Reise brauchen Sie vermutlich eine Stunde und mehr. Mit der Zeit und mit viel Übung schreiben Sie sicherer und schneller.

Am besten schreiben Sie außerhalb Ihrer Kundenberatungszeiten. Wenn es allerdings dann doch nur im Reisebüro geht, suchen Sie sich am besten eine ruhige Ecke. Außerhalb Ihres Büros fällt es vielen leichter, kreativ zu sein. Das kann zu Hause, in einem Café oder – wenn das Wetter es zulässt – auch im Freien sein.

SCHRITT 2: WER SIND IHRE LESER UND WAS WOLLEN SIE IHNEN GEBEN?

Wir sind uns ja bestimmt einig: Ein Reisebericht soll im besten Fall diese Reise verkaufen! Darum stellen Sie sich einen typischen Kunden vor, den Sie mit dieser Reise begeistern wollen. Nehmen wir mal an, Sie waren auf einer Nordland-Kreuzfahrt von Bergen bis Spitzbergen. Natur pur, zischende Gischt und helle Nächte mit atemberaubender Küstenlandschaft. Das könnte doch etwas für die Zielgruppe „junggebliebene Senioren-Paare“ sein. Die schreiben und sprechen Sie jetzt an und zwar so, dass Verlangen und Leidenschaft für diese Reise geschürt wird.

Sie beantworten im Text gleich die üblichen Fragen nach Kabinenauswahl, Kleidung,
Getränkepakete, Anreise und All-Inklusive-Schiffe. Auch Geschichten wie Seekrankheit,
Passagierzahl, Rettungsschiffe können Sie in dem Reisebericht erwähnen.

Ganz wichtig ist am Schluss eine klare Empfehlung. „Diese Kreuzfahrt hat mir sehr viel Spaß gemacht und Sie werden auch auf Ihre Kosten kommen.“

SCHRITT 3: IDEEN ENTWICKELN

Für alle, die gern einfach losschreiben, empfehle ich zwei hilfreiche Techniken für die Ideenfindung. Sie machen sich damit Ihre Gedankengänge bewusster und entwickeln sie im Schreiben weiter. Außerdem lässt sich durchs Schnellschreiben der innere Zensor besonders gut ausschalten: Sie helfen sich leichter ins Schreiben hinein & Schreibdenken inspiriert.

Der Gedankensprint in 4 Minuten.
Stellen Sie sich einen Timer und schreiben Sie Ihre Gedanken über Ihre letzte Reise unzensiert auf. Wichtig dabei ist: So schnell wie möglich! Nicht innehalten. Nicht nochmals lesen. Nicht korrigieren. Notieren Sie vollständige Sätze, Satzfragmente oder Stichwörter. Es fällt Ihnen gerade nichts ein? Bleiben Sie im Schreiben: Wiederholen Sie das letzte Wort, bis es weiterfließt.

Der Fokussprint in 4 Minuten.
Formulieren Sie eine Überschrift zu der Reise, zu der Sie Ideen sammeln möchten. Das kann eine Frage oder ein Satzanfang sein. Was hat mir an Menorca besonders gut gefallen? Ich liebe Neuseeland, weil… Schreibdenken Sie wie beim Gedankensprint. Achten Sie darauf, nicht vom Thema Ihrer Überschrift abzuschweifen. Wenn das passiert, kehren Sie umgehend wieder zurück.

Bei beiden Techniken ist wichtig, dass Sie die gesamten vier Minuten voll auszunutzen. Also nicht vorher aufhören, nur weil Ihre Ideen mal ins Stocken kommen. Das ist normal und es kommt immer wieder ein neuer Gedankenschwall nach.

SCHRITT 4: DIE IDEENBEUTE STRUKTURIEREN

Jetzt lesen Sie Ihre Ideenbeute durch und markieren alles, das für diesen Bericht bedeutsam und ungewöhnlich ist. Hier ein kurzes Beispiel von meiner Reise:

Herrliche Wanderwege. Unglaubliche Landschaft. Das erste Hotel lag völlig abseits und jedes Zimmer hatte einen wunderbaren Ausblick. Ein Jagdgebiet auf dem extrem viele Hirsche stehen. 3 Stationen unterwegs, völlig unerwartete Gebiete … Jeweils ein völlig anderes Wandergebiet. Gewaltig. Aus dieser Essenz ergibt sich der Kernsatz oder der Arbeitstitel: Wandern auf La Réunion – unglaublich gewaltig und völlig unerwartet.

Geben Sie Ihrem Text eine klare Struktur anhand eines roten Fadens, zum Beispiel:

  • Grund der Reise. War es eine Info-Reise oder Ihr privater Urlaub mit dem Veranstalter XY?
  • Eine kleine Beschreibung vom Land oder der Stadt mit allgemeinen Dingen wie Lage, Größe, Besonderheiten, Sehenswürdigkeiten und markante Plätze; Beschreibung der Unterkunft, Qualität des Essens, die Möglichkeit des Transportes.
  • Erzählender Text über Ihre Erlebnisse.
  • Tipps und Tricks, denn Sie haben ja jetzt schon den einen oder anderen Insidertipp.
  • Am Schluss eine Empfehlung oder eine Aufmunterung, der einen Reisebericht rund und attraktiv noch näher an Ihre Leser bringt.

SCHRITT 5: REFLEKTIEREN

Geben Sie sich selbst ein Feedback beim Durchlesen und gönnen Sie Ihrem Text eine kurze Pause. So klärt sich meistens die Perspektive und Sie sehen später die Stärken und Schwächen. Eine gute Möglichkeit zum Feedback ist, den Text einem Kollegen vorzulesen.
Diese Fragen sollten Sie sich noch stellen:

  • Spricht dieser Text meine Zielgruppe an?
  • Weckt er Lust und Laune diese Reise zu buchen?
  • Ist er ehrlich, also nichts beschönigt oder zu sehr „Werbesprech“?

SCHRITT 6: FEINTUNING UND ÜBERARBEITEN

Wichtig für das Feintuning sind folgende Fakten: Der Text besteht aus Ihren eigenen Worten, also keine Texte aus Katalogen, Internetbewertungen o. Ä. abschreiben! Der Bericht ist lesefreundlich, also gut gegliedert, zum Beispiel durch sinnvolle Absätze, Zwischenüberschriften und aussagekräftige Aufzählungen.

Achten Sie auf gut lesbare Sätze (keine endlosen Schachtelsätze). Werfen Sie Füllwörter wie vielleicht, eigentlich etc. raus. Und denken Sie an Fachbegriffe, die für uns klar wie Kloßbrühe sind, aber für Laien schwer verständlich oder wenig attraktiv klingen. Planen sie genug Zeit fürs Überarbeiten ein. So können sie beim Überarbeiten noch grundlegende Änderungen zulassen.

Diese und viele weitere spannende Tipps und Tricks erhalten Sie auch in meinen Webinaren.
Reinschauen lohnt sich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Margit Heuser Akademie

    Neue Erkenntnisse und Wissen online gewinnen: Lernen, diskutieren und austauschen rund um die Themen Verkauf, Mensch & Kommunikation, Kreativität & Visionen sowie Knigge.
    » Margit Heuser Akademie
  • Buchempfehlungen