Jun 10, 2014 | Von: Margit Heuser Keine Kommentare

Loslassen beim Holiday Check

Interessante Erfahrungen mache ich jedes Jahr beim Malen bei Stephan Geisler in Bochum. Im Juni dieses Jahres ist es wieder soweit: Holiday Check- free und figürliche Malerei. Der Titel des Kurses passt wunderbar zu meinem Hauptjob.

Tagsüber abseits von Telefon und Mails – ganz konzentriert auf eine Tätigkeit – weit fort von Teamtrainings, Coachings und Webinaren. Also sagen wir mal: meistens – sonst bekomme ich ja Entzug.

Malen hat – wie vieles – zwei Seiten.  Auf der einen Seite entspannend, auf der anderen Seite eine echte Herausforderung.  Was ist ein Thema? Welche Idee habe ich dazu? Manchmal sogar: kann ich überhaupt noch malen?  Lässt sich der ursprüngliche Einfall überhaupt umsetzen? Und wie entwickelt er sich? Schaffe ich es –  die, die immer sehr groß malt – mit kleinen Formaten dieses Mal klarzukommen?

Montag – erster Tag – eine Übung zum Freiwerden und Loslassen. Florales. Grünes.  Ich liebe diese Übungen. Da kann ich Schritt für Schritt auf Ansage arbeiten und muss mir nicht selbst was ausdenken. Vor allem liebe ich, wenn Stephan STOPP, lass das Bild stehen.  Vor lauter Aufregung würde ich sonst ein Ende gar nicht sehen.

Jeden Morgen werden die gemalten Bilder besprochen. Ganz entspannt – vor allem wenn es um der Anderen Werke geht.  Unser Dozent stellt enorm viele kluge Frage – aber es fallen mir nicht immer kluge Antworten ein. Bilder besprechen will geübt werden. Gleich am ersten Tag  kommen meine gerade angefangenen Bilder zu allgemeinen Besprechung dran.  Das liegt bestimmt daran, dass ich so schnell war. Aufregend. Es bleibt mir fast das Herz stehen. Spannend, was in die Bilder rein-interpretiert wird und welche Wahrnehmungen die anderen Teilnehmer äußern.

Und dann noch der Malprozess selbst. Mein Thema: Menschen.Märkte.Impressionen in der Türkei. Versuchen, Experimentieren, Annähern, Ran-Tasten. Verwerfen. Übermalen. Denken oder am besten Nicht-Denken. Das Ergebnis? Das ist auch so eine spannende Geschichte. Von Tag zu Tag und von Bild zu Bild verändert sich dieses unbedingt-fertig und unbedingt-gutwerden. Ganz langsam geht es mehr um das Malen selbst…

Warum male ich? Weil ich hier viel lerne. Über mich selbst. Über meinen augenblicklichen Zustand. Über das Jetzt. Über die Gruppe. Über mein Verhalten. Und weil ich hier auf mich gestellt bin. Ja, und natürlich auch über die Malerei.   Malen ist oft wortlos, konzentriert und wenn ich es schaffe – ohne Ablenkung.

Und dann natürlich noch etwas ganz Wichtiges. Was traut mir Stephan – Lehrer, Dozent und manchmal Philospoph- dieses Mal zu? Wie sieht er die weitere Entwicklung?  Die Einzelgespräche sind etwas ganz Besonderes. Ich, die immer Trainierende, Coachende, Lehrende – bin jetzt Schülerin. Ungewöhnliche Rolle – fühlt sich manchmal sperrig an. Wo stoße ich an Grenzen und warum? Welche Themen sehe ich, welche Ideen mag ich verfolgen? Was ist aktuell dran und was hat es mit mir zu tun? Welches Feedback tönt besonders lange nach?

Was lässt Sie abschalten? Bei welcher Beschäftigung kommen Sie auf neue Gedanken? Freue mich über Ihren Kommentar!

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