Nov 25, 2012 | Von: Margit Heuser Keine Kommentare

Was sagt Knigge dazu?

Im Hinblick auf den zunehmenden anglo-amerikanischen Einfluss ist ein Händedruck kein unbedingtes Muss. Allerdings einen angebotenen Handschlag (gleichviel ob unter Beachtung der Regeln oder nicht) zu übergehen, ist in jedem Fall ein rücksichtsloser Affront, der mit Überlegenheit nichts zu tun hat.

So ein Handschlag dauert in der Regel drei bis vier Sekunden. Nicht länger. Längeres Händedrücken bleibt eher engen Freunden vorbehalten. Und: Geschüttelt wird dabei bitte nie! Gerührt aber auch nicht. Händeschütteln ist ein Fauxpas; wer sich begegnet, gibt und drückt sich die Hand.

Allerdings schwingt in der Geste mehr mit – der Händedruck ist nicht nur eine bloße Begrüßung, sondern ein nonverbales Signal, mit wem man es zu tun hat. Und er entscheidet nicht selten sofort darüber, ob man den anderen sympathisch findet oder nicht.

Was sagt die Trainerin?

Neben dem Blickkontakt, der Stimme oder dem Duft eines Menschen, ist sein Händedruck einer der stärksten Sympathiebringer und damit entscheidend für den berühmt berüchtigten ersten Eindruck. In der Regel ist er die erste körperliche Begegnung zweier Menschen. Und solche Berührungen – selbst wenn sie kurz sind – hinterlassen große Wirkung. Mehr noch: Sie sagen etwas über uns aus.

Falsch machen kann man beim Händeschütteln eine ganze Menge:  Hier einige Handschüttel-Typen:

Abstandhalter: Die Hand wird weit vom Körper gestreckt, so dass zwischen Beiden der größtmögliche Raum bleibt. Das kann ein Zeichen von Antipathie sein – oder auch für Reserviertheit sprechen, Motto: „Traue wem?“

Penetrant: Hier wird die Hand kaum vom Körper abgerückt, so dass sich beide extrem auf die Pelle rücken. Es kann auch eine subtile Dominanzgeste sein, vor allem wenn die Hand des Gegenübers dann auch noch nach unten gedreht wird.

Kraftlos-weiche „Hasenpfote“: Den meisten Menschen gilt er als Indiz für einen schüchternen, durchsetzungsschwachen Zeitgenossen. Psychologen sagen sogar, er sei typisch für Pessimisten. Keine Frage: der Karrierekiller unter den Handschlägen.

Schraubzwingengriff: Dieser Typ drückt Ihnen nicht einfach nur die Hand – er nimmt Sie regelrecht in die Zange und lässt Ihre Hand so schnell nicht mehr los. Jedenfalls vermittelt er den Eindruck, als würde er den Arm gleich dazu haben wollen.

John Wayne: Sie stehen noch nicht in Reichweite, schon fährt die Hand hoch – oder ihr Gegenüber geht Ihnen mit ausgestreckter Hand entgegen. Auch schlimm: Die andere Hand ist lässig in der Hosentasche.

Herrscher: Gibt formvollendet die Hand, dreht sie dann allerdings nach unten und legt oft auch noch seine Hand auf die des Gegenübers.

Bodybuilder: Ihr Gegenüber strahlt vor Testosteron, der Handschlag energisch fest, fast dominant, die Augen aufgerissen, der Blick stier. Womöglich haben Sie es hier mit einer Engstirne zu tun, jemand, der nicht gerne von seinem Weg abweicht, kaum zuhört und sich gerne durchsetzt.

Barkeeper: Das Hände-Schütteln“ allzu wörtlich nehmen (ein kurzer Händedruck genügt)

Trottel: Kein Blickkontakt. Ganz schlimm: dem einen die Hand schütteln und bereits den nächsten anschauen

Profi: Kurz, fest, mit freundlichem Blick in die Augen – so begrüßen sich Profis.

Tipps für den perfekten Handschlag im Reisebüro

  1. Falls Sie sitzen, stehen Sie zum Händedruck auf.
  2. Im besten Fall gehen Sie dem Kunden entgegen.
  3. Stellen Sie sicher, dass Ihre Hand trocken ist.
  4. Sie reichen Ihren Kunden die Hand – der Dame zuerst.
  5. Der Schwung dazu kommt aus dem Ellbogen, nicht aus der Schulter.
  6. Halten Sie Blickkontakt, nicht auf die Hände schauen.
  7. Stellen Sie sich dabei mit Namen vor.
  8. Profis wiederholen den Namen Ihres Gegenübers mit einem Gruß: „Herr Huber: Herzlich Willkommen!“

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