Mai 05, 2014 | Von: Margit Heuser Keine Kommentare

Apfel schälen

Gut, spannend oder sogar lustig zu schreiben ist mir nicht in den Schoss gefallen. Viel Übung und viele Stunden und –unbedingt- ein guter Schreibcoach, ist nicht nur hilfreich sondern enorm wichtig. Eigenmotivation und Durchhaltevermögen hat mich Schritt für Schritt zum Spaß am Schreiben gebracht. Ein ganz profanes Thema wie Äpfel schälen ist quasi mein Lehrstück. Lesen Sie es hier …

Das ist eine richtig gute Idee: Apfel schälen! Könnte ich doch auch mal ausprobieren. Normalerweise – ich bin ja nicht gerade eine von der geduldigen Sorte – nehme ich mir einen Apfel aus dem Obstkorb. Vorausgesetzt es ist überhaupt ein Apfel da. Mein Mann ist nämlich auch nicht der große Obstesser. Ein Stück Fleisch ist ihm allemal lieber als so ein einfacher Apfel.

Grün oder Rot? Wenn ich die Auswahl habe, dann rot. Gerade fällt mir auf, dass ich noch nie einen Apfel im Sitzen, geschweige denn in Ruhe gegessen habe. Normalerweise beiße ich ein riesengroßes Stück ab und renne beim Kauen schon wieder Richtung Auto oder zum Spazierengehen. Es erklärt sich ja von allein, dass ich noch nie einen Apfel geschält habe.

Stopp! Stimmt nicht. Als meine Kinder klein waren – oh, lang ist es her – habe ich mir alle möglichen und unmöglichen Haushaltsgeräte gekauft, unter anderem so einen Apfelschnitz-Teiler. Den haben wir immer noch, ich habe gerade nachgeschaut. In der hintersten Ecke einer Küchenschublade. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den Apfel vorher geschält habe, aber kann mich beim besten Willen nicht mehr dran erinnern.

Gut, jetzt probiere ich es mal aus. Allerdings ohne den Apfelschnitz-Teiler. Wenn schon, dann ganz konventionell. Bevor es mit dem Schälen losgeht, wasche ich den Apfel. Jetzt muss ich schon die erste Entscheidung treffen: Schäl- oder Obstmesser? Ich entscheide mich zuerst für das Schälmesser. Wo setze ich am besten an? Die Mitte kann nicht so verkehrt sein. Ein wenig Druck brauche ich schon und dann gleitet das Messer sanft Runde für Runde durch den Apfel.

Es hat zwar nicht so wie geplant geklappt – ich wollte einen einzigen Apfelschalenstreifen und ein schönes Design – aber für das erste Mal ist es ganz ansehnlich. Noch ein wenig Feinarbeit und schon liegt der nackige Apfel vor mir. Jetzt mit dem Obstmesser halbieren und die Hälfte auch wieder teilen. Am besten teile ich nochmal. Schnell das Gehäuse raus schneiden und schwupps habe ich schon das erste Stück im Mund.

Fazit: Ein geschälter Apfel schmeckt auch gut, es dauert zwar länger, aber irgendwie ist es wie ein Ritual und ich könnte nebenher ja auch atmen und träumen und (Vorsicht nicht in den Finger schneiden) mich in Ruhe dazu hinsetzen – Ja, Frau Unruh, das wäre eine gute Idee.

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